Mittendrin

12. Mai 2021, gepostet in Begegnung, MeinNachbarundIch, MeinNachbarundichbilder, NachbarschaftlichesDas Hambacher Schloss – Die Wiege der Demokratie

                     

 Es lebe die Freiheit!

 Hinauf,  hinauf  zum  Schloss!

 

So riefen im Jahre 1832 rund 30 000 Menschen und stürmten den Berg hinauf zur Burg.

Wir gingen es  etwas ruhiger an, fuhren so weit es ging, mit dem Bus und stiegen dann die letzten Meter bergan  —-  zum Hambacher Schloss, bei Neustadt in der Pfalz.

Wir, das heißt neun ältere Menschen, die 1961 , als erste „Oberprimaner“am „Neusprachlichen Gymnasium Pirmasens“ ihr Abi

gebaut hatten, die Allerersten mit „Großem Latinum“, an der Schule, die heute Hugo-Ball-Gymnasium heißt und damals noch in der Alleestraße beherbergt war.

Wir treffen uns seit damals, 1961, regelmäßig.

Zuerst nur alle fünf Jahre, da wir ,14 Frauen und ein Mann, mit Ausbildung, Familie und Kindererziehung beschäftigt waren.

Nun, da diese Aufgaben ziemlich erfüllt sind, treffen wir uns jedes Jahr in einer anderen Stadt.

Und jedesmal muss Eine(r) von uns das viertägige Treffen vorbereiten: Programm, Hotel, Treffpunkte, Führungen (möglichst mit Bähnchen,wir sind Senioren!)

So waren wir in St Goarshausen (oben auf der Lorelei!), Darmstadt, Augsburg,  Wuppertal,  Speyer,  Weimar,  Freiburg,  Wissembourg, Heidelberg,  Worms,  2011 zum.50-jährigen Abi-Jubiläum in Pirmasens und   – 2016 war es nun Neustadt.

Das Hambacher Schloss , die Wiege unserer Demokratie zog uns in seinen Bann.

Wir blickten von der Schlossmauer weit ins Land bis zum Rhein und zu den Vogesen.

Der Vortrag , sowie die Ausstellung im Inneren erläuterten uns eindringlich, was damals geschehen ist!

Uns , die wir allesamt mitten im 2. Weltkrieg das  Licht der Welt er-

blickt hatten, in einem Krieg, ausgelöst durch einen größenwahnsinnigen Verbrecher, der Deutschland über Alles stellen wollte und es dabei zugrunde gerichtet hat.

Unsere Eltern erlebten die totale Diktatur, die den Menschen nur Hass und Angst beibrachte und den „Totalen Krieg“ .

Wir waren zwischen Trümmern und entseelten Menschen aufgewachsen, wir kannten es nicht anders.

Und nun, da oben auf dem Berg, erfuhren wir, wie Menschen mehr als hundert Jahre vorher ,mit schwarz-rot-goldenen Fahnen diesen Berg erklommen hatten ,um unserem Land die Freiheit zu bringen,Freiheit weg von Autokratie, Diktatur und Fesseln.

Diese Menschen, allen voran, zwei mutige Männer, Wirth und Siebenpfeiffer, erkämpften uns die Freiheit ,uns zu versammeln, zu reden, zu wählen , freie Presse zu lesen, unsere Meinung zu sagen.

Wir haben es erreicht,wir leben frei nach den eigenen Gesetzen ,

wir leben die Demokratie.

– Sigrun Mann, Pirmasens , 24. April 2021 

verfasst von Mittendrin

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